Sarch-Gedancken

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Was hab ich hier vor mir? Diß ist mein leztes Hauß.

Zwar einen engen Platz bedeckt das schmale Dach

Doch Raum genung für mich: Diß ist mein Schlaff-Gemach.

Hier ruh' ich für dem Sturm der Nord-Lufft sicher aus.

Mich stört kein böser Traum mein Küssen ist der Span

Wo aller Span und Streit der Welt ist abgethan.

Diß ist mein Schnecken-Hauß und sichrer Auffenthalt

Wenn Erd und Himmel zürnt wenn Blitz und Donner dräut

Diß ist mein Garten-Saal; wenns Schnee und Hagel streut

So bin ich wohl bedeckt; bin ich erblaßt und kalt

Wie bald werd ich auffs neu in stetem Sommer blühn

Als reine Lilien und zarter Gelsamin.

Diß ist der Nachen der zur Glückes-Insul läufft

Die Brücke drauff ich kan mit sichrem Fusse stehn

Die Pforte da ich durch ins Paradiß soll gehn

Diß ist der Kasten den die Sündflutt nicht ersäufft

Mein Jesus schleust nach mir die Thüre selber zu

Und weckt mich wenn es Zeit zur Himmels-Lust und Ruh!