Saurbronnen Liedlein.

By Martin Opitz

Ob schon bey diesem Bronne

Die meng der Jungfräwlein

Vnd dann die füll der wonne

Zusammen kommen sein:

Ob schon diß lieblich Thale

Ob schon die Berg vnd Wäldt

Schön grünen vberale

Mir dessen nichts gefellt.

Ob schon die Bächlein sausen

Ich doch nit schlaffen kan

Ob schon die Bäume brausen

Ficht mich doch immer an

Daß

Gar ferne zu der frist

Die aller zierd’ ein kerne

Ja Zierde selber ist

Die nur mit jhren blicken

All ding erfrewen thut

Die mir allein erquicken

Kan meinen Geist vnd Muth.

Fürwar wohin nur sehen

Ihr gläntzend’ Aeugelein

Muß alles trüb vergehen

Wie vor dem Sonnenschein.

Wohin jhr Athem wehet

Ihr Athem also bald

Gleich dem Westwindt außseet

Der Blümlein mannichfalt.

Doch sie allein verbleibet

Die Blum der Blümelein

Floram zu ruck sie treibet

Sampt all jhrm Blumen schrein.

Komm

Wendt von mir allen schmertz

All frewden zu mir wende

Schaff mir ein newes Hertz.

Du kanst mit deinem Munde

Die Sawrheit dieser Quell

Verzuckern vnd gesunde

Mich wieder machen schnell.

Du du allein kanst machen

Auß diesem gantzen Kreiß

Durch dein eintzig anlachen

Ein irrdisch Paradeiß.

So komm komm aber balde

Vnd komstu nit zu mir

So ist nichts daß mich halte

Phyllis, ich muß zu dir.