[Schau Wandersmann/ hier lieget deines gleichen]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Schau Wandersmann hier lieget deines gleichen

Zerbrechlich Thon und auffgeblaßner Koth

Leg einen Stein und schreibe drauff zum Zeichen:

Hier liegt der Preiß von allen Krügeln todt;

Doch könt es seyn so wünscht ich mich begraben

Wo so viel Krüg ihr edles Grabmahl haben.

Zwar bleibt mein Ruhm der Nachwelt unverholen

Mich baut aus Thon des klugen Töpffers Hand

Mein stoltzes Kleid war Purpur der Violen

Ich ward durch Glutt dem Golde gleich erkannt.

Wie offt hab ich der Frauen Mund geträncket

Und ihr den Safft der Ceres eingesencket.

Es neidten mich die edlen Porcellanen

Gold Silber Zinn trug Feindschafft gegen mir

Biß endlich sich nicht sonder ihr Ermahnen

Ein frecher Feind gewagt an meine Zier

Ich Aermstes must am Steffans Tage stertzen

Dieweil ich nicht mit Steinen konte schertzen.

Doch soll darum mein Nahme nicht erliegen;

Mein Bruder theilt Junonens Nectar aus;

Beym Wassermann werd ich die Stelle kriegen

Da schmückt mein Glantz das blaue Sternen-Hauß.

Ihr Krüge groß und klein lasst Thränen flüssen

Ihr werdet mir in kurtzen folgen müssen.