Schertz-Lied.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Sind das nicht narren-possen?

Mein vater hat beschlossen

Ich soll ein mägdgen freyn:

Was aber kan auff erden

Wohl völler von beschwerden

Als junge männer seyn.

Denn wie man seidne decken

Gar selten ohne flecken

Und ohne fehler find

So ist die kuh auch immer

Bey unsrem frauen-zimmer

Auff einem auge blind.

Die schöne kehrt die feinde

Durch schwäger zwar in freunde;

Doch steht sie mir nicht an:

Weil ich die tummen hörner

So wenig als die dörner

Am kopffe leiden kan.

Die garstigen die stincken

Und pflegen offt zu hincken

Ihr bestes ist das geld:

Inzwischen gläntzt die stirne

Wie eine faule birne

Die von dem baume fällt.

Die klugen die befehlen

Und wollen stets erwehlen

Was man beginnen soll:

Die tumme bleibt geschossen

Und macht mit ihren possen

Das gantze zimmer voll.

Die reichen sind nur prahler

Und schliessen ihre thaler

In schwere kasten ein:

Bey armen kans nicht fehlen

Sie müssen manches stehlen

Und männern untreu seyn.

Die dicken seyn beschwerlich

Und zur geburt gefährlich:

Drum mag ich auch nicht dran.

Die armen wären besser

Nur daß man solche fresser

Nicht wohl ernehren kan.

Die fromme muß auff erden

Der mägde närrin werden

Und bringet nur beschwer.

Die bösen sind der teuffel

Und kommen ohne zweiffel

Von seiner mutter her.

Doch hänget manchem weibe

Gleich nichts an ihrem leibe

Von diesen fehlern an

So hat sie doch die tugend

Daß sie bey ihrer jugend

Nicht viel verschweigen kan.

Drum wer die narren-plagen

Bey seinen jungen tagen

Nicht bald erfahren will

Der meide nur zwey sachen

Die alles traurig machen:

Ein weib und karten-spiel.