Schertzreime Auff Herrn Dietrich Schel- hammers und Jungfer Anna-Wargreta Frie- ...

By Georg Neumark

Glükk zu Herr Bräutigam! glükk zu zum neuen Leben

Der grosse Gnadengott der woll’ euch reichlich geben

Was

Vor Gl

Zu Rom erlanget hat; was Metellin begehret

Bey seiner Lebenszeit das sey auch Euch gewehret

Vom hohen Himmel selbst. Der Anfang ist gemacht

Zu der Glükseligkeit: Gott hat Euch zugebracht

Solch ein beliebtes Mensch die gleichsam wie durchsternet

Mit schönen Tugenden die gleichsam wie durchkernet

Mit lauter Frömmigkeit; wer steht doch nicht das Licht

Der ädlen Keuschheit selbst in ihrem Angesicht’

Jm fall man Achtung giebt auf ihre fchöne Sitten?

Wer urtheilt anders doch aus ihren sanfften Schritten

Als daß sie stille sey die euch wird anvertraut?

Glükk zu Herr Breutigam zu solcher lieben Braut.

Mein schauet die Gestallt schaut ihre schöne Wangen

Die Felder keuscher Zucht wie sie so lieblich prangen

Mit Milch und Blut vermischt seht wie Sie ihren

Stral

Den liebbestrahlten Blitz viel hundert hundert mal

Auf euch verliebet wirfft. Dort jener Aganippen

Schmekkt lang so süsse nicht als ihre Rosenlippen.

(welchs Jhr Herr Breutigam am aller besten wisst

Weil euch die Prob’ allein nur zugelassen ist.)

Ich gläube sicherlich wen sich anitzo fünde

Klisthenis Tochter selbst und hier zugegen stünde

Das schöne Griechenbild Sie würde warlich frey

Bekennen daß Sie nun weit übertroffen sey.

Und zwar was ihre Zier was ihre wehrte Tugend

Was Leibsgeschiklichkeit was rechtbejahrte Jugend

Und Schönheit anbelangt an ihr die euch vertraut

Glükk zu Herr Breutigam zu solcher schönen Braut!

Ich’ merk es von ihr ab ihr werdet an ihr haben

Ein solch Mensch die euch wird nach Hertzenswunsche

laben.

Man kans ja leichtlich sehn. Sie gibt es an den Tag

Durch einen keuschen Blikk was Sie ersreuen mag.

Perikles der ist nie nicht aus dem Hause gangen

Er hat znvor aus Lieb’ Aspasten ümfangen

Sein liebes Ehgemahl nach lieblichem Gebrauch.

Wolan so machet es mit eurem Liebchen auch.

(jhr wisst wol was noch mehr) ich weiß Sie wird her

gegen

Euch die Versprechung thun daß Sie auf allen Wegen

Es sey auch wo es woll’ Euch wird zu willen stehn.

(versucht es Morgen nur so werdet ihr es sehn)

Wo ja ein Wetter kömmt das Euch dänkt zu betrüben;

Schikkt etwa Gott ein Kreutz so euch das süffe Lieben

Mit Wermuht untermischt (denn dieses bleibt nicht

auß.)

Kömmt wo ein Unglükk her und fordert Euch herauß.

Wolan! so nehmt es an geht ihm nur unter Augen

Eur allerliebstes Hertz wird euch zur Hülffe taugen;

Sie stehet als ein Mann gleich wie Hipsikrathe

Bey ihrem Mithridat; So wie Penelope

Ulissen hat geliebt verspricht sie auch im gleichen

Auch an der schönen Treu’ Alzesien kaum zu weichen.

Ist das nun nicht eln Trost! kein Kreutz ist ja so schwer;

Roch Unglükks Last die nicht noch halb so leichte wer’

Jm fall dieselbe nur auf zweyen Seulen lieget.

Wol dem wol über wol der solch ein Seelchen krieget

Das ihn von Hertzen liebt und treulich bey ihm steht

Mit unetschrokknem Sinn. es geh auch wie es geht.

Wolan Herr Breutigam Jhr Jhr habt durch das Hoffen

Was euer Hertz gewünscht nun endlich angetroffen.

Gott geb’ euch Glük darzu. Lebt wie der Rubrius

Mit seiner Ennia ohn allen Uberdruß.

Geht nehmt die Liebste weg geht führet Sie zu Bette

Es leuft doch darauf aus schertzt mit ihr üm die Wette.

Die Gäfte wünfchen Heyl und ruffen überlaut

Glükk zu Herr Bräutigam zu solcher ädlen Braut.