Schertzreime Auff Herrn Dietrich Schel- hammers und Jungfer Anna-Wargreta Frie- ...
Glükk zu Herr Bräutigam! glükk zu zum neuen Leben
Der grosse Gnadengott der woll’ euch reichlich geben
Was
Vor Gl
Zu Rom erlanget hat; was Metellin begehret
Bey seiner Lebenszeit das sey auch Euch gewehret
Vom hohen Himmel selbst. Der Anfang ist gemacht
Zu der Glükseligkeit: Gott hat Euch zugebracht
Solch ein beliebtes Mensch die gleichsam wie durchsternet
Mit schönen Tugenden die gleichsam wie durchkernet
Mit lauter Frömmigkeit; wer steht doch nicht das Licht
Der ädlen Keuschheit selbst in ihrem Angesicht’
Jm fall man Achtung giebt auf ihre fchöne Sitten?
Wer urtheilt anders doch aus ihren sanfften Schritten
Als daß sie stille sey die euch wird anvertraut?
Glükk zu Herr Breutigam zu solcher lieben Braut.
Mein schauet die Gestallt schaut ihre schöne Wangen
Die Felder keuscher Zucht wie sie so lieblich prangen
Mit Milch und Blut vermischt seht wie Sie ihren
Stral
Den liebbestrahlten Blitz viel hundert hundert mal
Auf euch verliebet wirfft. Dort jener Aganippen
Schmekkt lang so süsse nicht als ihre Rosenlippen.
(welchs Jhr Herr Breutigam am aller besten wisst
Weil euch die Prob’ allein nur zugelassen ist.)
Ich gläube sicherlich wen sich anitzo fünde
Klisthenis Tochter selbst und hier zugegen stünde
Das schöne Griechenbild Sie würde warlich frey
Bekennen daß Sie nun weit übertroffen sey.
Und zwar was ihre Zier was ihre wehrte Tugend
Was Leibsgeschiklichkeit was rechtbejahrte Jugend
Und Schönheit anbelangt an ihr die euch vertraut
Glükk zu Herr Breutigam zu solcher schönen Braut!
Ich’ merk es von ihr ab ihr werdet an ihr haben
Ein solch Mensch die euch wird nach Hertzenswunsche
laben.
Man kans ja leichtlich sehn. Sie gibt es an den Tag
Durch einen keuschen Blikk was Sie ersreuen mag.
Perikles der ist nie nicht aus dem Hause gangen
Er hat znvor aus Lieb’ Aspasten ümfangen
Sein liebes Ehgemahl nach lieblichem Gebrauch.
Wolan so machet es mit eurem Liebchen auch.
(jhr wisst wol was noch mehr) ich weiß Sie wird her
gegen
Euch die Versprechung thun daß Sie auf allen Wegen
Es sey auch wo es woll’ Euch wird zu willen stehn.
(versucht es Morgen nur so werdet ihr es sehn)
Wo ja ein Wetter kömmt das Euch dänkt zu betrüben;
Schikkt etwa Gott ein Kreutz so euch das süffe Lieben
Mit Wermuht untermischt (denn dieses bleibt nicht
auß.)
Kömmt wo ein Unglükk her und fordert Euch herauß.
Wolan! so nehmt es an geht ihm nur unter Augen
Eur allerliebstes Hertz wird euch zur Hülffe taugen;
Sie stehet als ein Mann gleich wie Hipsikrathe
Bey ihrem Mithridat; So wie Penelope
Ulissen hat geliebt verspricht sie auch im gleichen
Auch an der schönen Treu’ Alzesien kaum zu weichen.
Ist das nun nicht eln Trost! kein Kreutz ist ja so schwer;
Roch Unglükks Last die nicht noch halb so leichte wer’
Jm fall dieselbe nur auf zweyen Seulen lieget.
Wol dem wol über wol der solch ein Seelchen krieget
Das ihn von Hertzen liebt und treulich bey ihm steht
Mit unetschrokknem Sinn. es geh auch wie es geht.
Wolan Herr Breutigam Jhr Jhr habt durch das Hoffen
Was euer Hertz gewünscht nun endlich angetroffen.
Gott geb’ euch Glük darzu. Lebt wie der Rubrius
Mit seiner Ennia ohn allen Uberdruß.
Geht nehmt die Liebste weg geht führet Sie zu Bette
Es leuft doch darauf aus schertzt mit ihr üm die Wette.
Die Gäfte wünfchen Heyl und ruffen überlaut
Glükk zu Herr Bräutigam zu solcher ädlen Braut.