Scheu und treu

By Wilhelm Busch

Written 1870-01-01 - 1870-01-01

Er liebte sie in aller Stille.

Bescheiden, schüchtern und von fern

Schielt er nach ihr durch seine Brille

Und hat sie doch so schrecklich gern.

Ein Mücklein, welches an der Nase

Des schönen Kindes saugend saß,

Ertränkte sich in seinem Glase.

Es schmeckt ihm fast wie Ananas.

Sie hatte Haare wie 'ne Puppe,

So unvergleichlich blond und kraus.

Einst fand er eines in der Suppe

Und zog es hochbeglückt heraus.

Er rollt es auf zu einem Löckchen,

Hat's in ein Medaillon gelegt.

Nun hängt es unter seinem Röckchen

Da, wo sein treues Herze schlägt.