Schluß zum Frühling.
An diesem abgelegnen Ort, entfernt vom städtischen
Getümmel,
Erweg’ und
schönen Bluhmen Heer;
Ich
meinem GOtt zur Ehr,
Der kleinen Vögel holdes Zwitschern; ich
dem weiten Meer,
Der Erden Schätze, Wald und Feld, das Firmament,
den Sternen-Himmel.
Hier sitz’ ich, tadle niemand sonst, als mich. Ich rede
hier allein
Mit meinen Büchern und mit mir. O wohl ein recht-
und wahres Leben!
O süß- und edler Müßiggang! Wer stimmt hierinn
nicht überein,
Daß, für den wichtigsten Geschäften, dir noch der
Vorzug fast zu geben?
Ich fühl’, in mir von GOtt gegönntem nicht unem-
pfundenem Vergnügen,
Hier meine gegenwärt’ge Stunden sich sanft zu den
vergangnen fügen.
Hier treib’ ich, mit dem Fluß der Tage, den stillen
Strohm der Zeit hinab,
Zum tiefen Meer der Ewigkeit, gelassen. Meinen
sanften Lauf
Beschleunigt keine Leidenschaft, doch hält ihn ein ge-
fürchtet Grab,
Mit, ohnedem vergebnen, Sorgen und eitlen Schrecken,
auch nicht auf.
Hiedurch, zumahl wenn mich zum öftern des Schöp-
fers schön Geschöpf ergetzt,
Verhoff’ ich, in gelaßner Demuht und Ehrerbietig-
keit, den Willen
Des grossen Wesens aller Wesen, Das mich in diese
Zeit gesetzt,
Wie, wo und wann es Jhm gefiel, am allerbesten zu
erfüllen.