Schreiben von I.O.T.A. an die Herrn Titultrager von Hohen Schulen/M.F.I. und M.F...
Written 1617-01-01 - 1617-01-01
O Ihr verkehrte Pfaffenknecht
Fritz Hannsen und Fritz Dame
O Schlangen art Ottern geschlecht
Ja Satans eigner same
Wie dürfft ihr euch so keck und frey
Der warheit wiedersetzen?
Vnd mit ewer Schulfuchserey
So mannig Seel verletzen?
Dem g'meinen Mann nehmt ihr das liecht
Setzt ihm auff ewer brillen
Bildt ihm ein er hab sein gesicht
Klar auß ewren Postillen.
Weh' euch die ihr das recht verkehrt
Daß gute böse nennet
Daß ihr nicht seyt von Gott gelehrt
Man klar dabey erkennet.
Vnd welches geistes kinder ihr
Ist scheinbar hie zusehen.
Das best in ewrem buch ich spühr
Ist schelten lästern schmehen
Die Schrifft verkehren freventlich
Das Geistlich fleischlich deuten.
Blindt seyt ihr warlich das sag' ich
Wollt dennoch ander leiten.
Habt in euch nicht das ware liecht
Versteht nicht Geistlich sachen.
Fleischlich ihr seyt fleischlich ihr richtt
Ewr thorheit muß man lachen.
In den Schulen habt ihr studirt,
Das kan niemand verneinen
Da kein heilger gefunden wird
Noch soll man von euch meynen
Daß ihr die heiligsten allein
Die Gott ja hat geschaffen;
Betriegt die leut mit ewerm schein
O Ihr fleischliche Pfaffen.
Wer hat zu lehren euch gesant?
Wer hat euch promoviret?
Hats Gott gethan? ey seyts bekant
Wer hat euch doch vociret?
Mich dünckt furwar ihr seyt vexiert
Es merckens schon die kinder
Daß ein Blinder den Blinden führt
Ein Sünder lehrt die Sünder.
Sagt mir das fragen steht ja frey
Solt von den Hohen schulen
Da man lernet all' Büberey
Gassaten gehn und Bulen
Fressen sauffen dergleichen mehr
Das ihr nicht dürfft bekennen
Die ware Weißheit kommen her
Nach der ihr euch lasst nennen:
Ehrwürdig hoch- und wolgelehrt?
Ja wollohn allen zweiffel:
Wer das glaubet der ist verkehrt
Es bildt euch ein der Teuffel;
Der Pfaffen frißt Soldaten scheißt
Des geist hat euch gesalbet
Denn wie die Kuh' daß sprich wort heist
Leufft also sie auch kalbet.
Der Probst gibt genug zu verstehn
Daß er fleißig gelesen;
Man kans am lincken aug ihm sehn
Wie andächtig er g'wesen;
Hat auch des nachts wol bey der leucht
Nicht geschont seiner augen
Man sichts sie sind ihm itzt noch feucht
Solt Er dennoch nicht taugen?
Ohn zweiffel ja wer sagt das nicht?
Keiner kan es verneinen
Daß die Welt nach dem ansehn richtt
Die nur fein prächtig scheinen
Im langen Priesterlichen kleid
Haben ein groß ansehen:
Wann sie in ihrer Ehrbarkeit
Da auff dem Höltzlein stehen.
Den schalck bedeckt ihr Pfaffen Rock
Fein artig sie agiren
Wann sie da stehn im holen block
Das Maul den leuten schmieren
Lästern ohn schew die Warheit frey
Keiner darff wiedersprechen:
Er mag auch gleich seyn wer er sey
Sie wissens bald zurechen:
Die Furnehmsten auff ihrer seit
Willig auff ihr begehren
Sind zu vertreiben solche Leut
Die gutes thun und lehren:
Auff daß man ihre thorheit nicht
Zum bösen möge deuten;
Oder ihr schalckheit komm' ans liecht
Vnd kunt werd' allen leuten.
Aber ihr Herren thut gemach
Man muß es dennoch wagen
Zu straffen euch in dieser sach
Vnd frey die warheit sagen.
Ja soltens auch die kinder thun
Das Weiber-volck imgleichen
So muß es doch gesagt seyn nun
Der Warheit müst ihr weichen;
Gebt euch gutwillig nur darein
Sie wird doch Meister bleiben
Und bald durch ihren hellen schein
Ew'r finsternuß vertreiben
Vnd euch zu schanden machen gar
Mit ewerm Kuckuck Meyer.
Sein Kram hat auch kein gute wahr
Nur faul und stinckend Eyer;
Die er im Eyderstetschen land
Vermeynte zu verkauffen
Vnd do er nicht sein' Kauff-leut fand
Must ers wiedrumb verlauffen.
Mit dem Kuckuck er fliegen kam
Ließ sich in Tönning nieder
Auch mit dem Kuckuck abscheidt nam
Floh hinweg mit ihm wieder.
Solten diese recht' Priester seyn
Vnd von Gott ordiniret
Die so verlauffen ihr gemein?
Heist das nicht leut vexieret?
Noch soll glauben ein jedermann
Sie seyn des Herrn Gesanten:
Wer sie nicht will dafursehn an
Sondern nennt sie Vaganten
Die lauffen kommen ungesant
Denselben sie abschaffen;
Damit friedlich in Stät und Land
Bleiben die Herrn Gotts affen.
Habt guten muth ein' kleine zeit
Er wird euch bald vergehen;
Die ihr so sehr habt außgeschreit
Werden dennoch bestehen.
Es helffet ewr vertreiben nicht
Daß ihr sie abgesondert.
Warheit kompt doch endlich ans liecht
Wird dadurch nicht gemindert.
Gott steht allzeit auff ihrer seit
Lesst sie nicht untertrücken:
Weiß sie wens euch wer noch so leit
Mit g'walt herfur zuzücken.
Er furdert der gerechten sach
Die ihr meynt zuvertreiben;
Ewr thun muß durch sie an den tag
Kan nicht verborgen bleiben.
Heran ihr Pfaffen all heran
Lasst euch zur Schulen führen
Von Herrn Tetinge und Lohmann
Lernet weißheit studiren
Vnd gebt euch unter Gotts gewalt
In ihrer Lehr beyzeiten;
Sonst wird sich ewer ansehn bald
Verlieren bey den Leuten.
Diese beid werden euch gewiß
Also Examiniren
Daß jedermann glaubet mir diß
Ewern betrug wird spühren.
Einer zum andern sagen dann
In den bald künfftign tagen
Seht lieber seht die Pfaffen an
Wie sie itzt sind geschlagen.
Ihr eigen ruth hat sie verletzt
Die sie andern gebunden:
Ihr eigen Schwertt das sie gewetzt
Hat sie gantz überwunden:
In die grub sie gefallen sind
Die sie andern gegraben.
Gott lob itzt sicht der nicht ist blindt
Wie sie gelehret haben.
Dann wird Ew'r gantze Priesterschafft
Fallen üb'r einen hauffen
Verliehren ihr ansehn und krafft
Den Pfaffen Rock verlauffen
So wollen frölich singen wir
Vnd unserm Gott dancksagen
Wenn überwunden ist das thier
Das fromme pflegt zuplagen.
Hallelujah in sußem thon
Der Herz sey hochgelobet:
Da liegt die Hur zu Babylon
Die so sehr hat getobet.
Der Herr bekehr noch in der zeit
Wo bessrung ist zu hoffen;
Weil noch seine Barmhertzigkeit
Vnd gnadenthür steht offen.
Gott laß euch ewer blintheit sehn
Eröffne ewer augen:
Geb' euch ew'r thorheit zu verstehn
So ihr begehrt zu taugen:
Wünsch und bitt diß von hertzen ich.
Wo nicht so ist verhanden
Der bald an euch wird rächen sich
Vnd machen euch zuschanden:
Wird sehen lassen seine macht
Im zorn euch bald zerstören.
Diß ist gesagt es nehm' in acht
Der Ohren hat zu hören.
VVeil Ihr Zeit Habt Bekennt Ewer Boßheit
Vnd Bessert Euch Bald Hohe Zeit Ists VVarlich.