Schuldigste Dienst-Erweisung Churfürstl. Durchl. von denen sämptlichen Studiosis...

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Was ist, Clio, dein Beginnen

Sampt den andern Pierinnen?

Was kömpt unsern Seiten an?

Welcher Held ist, dem zu Ehren

Phöbus sich so scharff lesst hören,

Und so künstlich als er kan?

Das bist Du, Trost unsrer Zeiten,

Dich erhebet theils der Seiten,

Theils der Stimmen voller Thon,

Held Georg, Dir zu gefallen

Lesset Cynthius erschallen

Seinen gantzen Helicon.

Mein Lob, sagt er, Meine Wonne

Grünt durch Dessen Gnaden-Sonne,

Wird durch Dessen Gunst gehegt,

Den ihm Brandenburgk gebohren

Und zum Fürsten-Liecht erkohren,

Der des Reiches Scepter trägt.

Deutschland ist für meinen Orden

Jetzt zu Rauch und Asche worden,

Zwingt die Kunst, verjagt zu seyn,

Hie in Seinem werthen Lande,

An des kühlen Pregels Rande

Räumt Er ihr ein Ort noch ein.

Dieß Sein Königsberg und Preussen

Kan der Musen Wohnhauß heissen,

Seiner Gnaden linder Ost

Lesst hie durch ein sanfftes wehen

Unser rechtes Wachsthumb sehen,

Schafft uns Nahrung, Hülff und Trost.

Hie muß sich mit schönen Flüssen

Hippocrene selbst ergiessen,

Mein Parnaß ragt hie hervor,

Hie kan Socrates gebieten,

Und die Kunst des Stagiriten

Hebet hie das Haupt empor.

Plato, Tullius, Euclides,

Maro, Flaccus, Aristides,

Und der Artzte Fürst Galen

Kriegen hie ein newes Leben,

Ja man sieht sich hie erheben

Palestinen, Rom, Athen.

Nun, für solche Huld und Gnade,

Die mein Schiff an das Gestade

Aus dem Sturm und Wellen nimpt,

Wird Ihm billich Lob gesungen,

Billich wird von unsrer Zungen

Ihm ein Dancklied angestimmt.

Laß in Einfalt unsern Willen,

Held, Dir Dein Gemüte stillen,

Schaw uns dießfals gnädigst an:

Götter, die schon alles haben,

Sind vergnügt mit solchen Gaben,

Die das Hertz erzwingen kan.