Sechstes Buch. Das Erdbeben

By Jakob Michael Reinhold Lenz

Written 1771-01-01 - 1771-01-01

Izo schikt sich die Muse, die ernsten tiefen Gesänge

Mit den furchtbarsten Tönen zu schliessen. Izt flüchtet, ihr Freuden,

Und ihr gefälligen Scherze, flüchtet weit weg, wo das

Bild der entsezlichsten Scenen nie von zärtlichen Augen

Mit der Träne der Menschheit benezt wird. Flieh auch du, Ruhe!

In deinem weissen unschuldgen Gewande die strahlende Stirne

Tief verhüllt. Erhebet die scheußlichen Flügel, ihr Schrekken!

Wilde Phantome! naht euch aus euren Klüften, umringt mich,

Zeigt mir die knirschenden Zähne, daß ich beängstigt und traurig,

Würdig der Plagen lezte besinge. Schleiche mit langsam

Drohenden Schritten mir nach, du blasser ächzender Tiefsinn,

Daß ich die Scenen voll Graun und Verzweiflung würdig besinge.

Ein Orkan reißt plözlich vom Sturm gepeischeten Weltmeer

Wüthend sich loß, und treibt Verderbenschwangre Gewölke

Ueber das Antliz der Erde zusammen. Die Göttin des Tages

Blikket aus dem Gewitter nur selten mit zitterndem Strahle

Nieder. Anhaltend raset der Wirbel. Holdselige Blüthen

Stürzen von Zweigen hülfloß hinab und färben den Boden:

Und die Luft füllt schwimmender Staub, der untreu der Erde

In die Wolken vergeblich sich zu schwingen versuchet.

Auch in den tiefsten Höhlen rotten verschworener Winde

Fesselentlaßne Heere sich zusammen, sich Wege

Durch die Erde zu öfnen. Ein unterirrdisches Donnern

Kündigt entsezliche Schauspiele an. Stummdräuende Klippen,

Graue, ehrwürdige Felsen, schütteln die Häupter und schelten

Mit erschröklicher Stimme die Gegend umher. Schon entstürzen

Hüpfende Thürme den wankenden Tempeln. In sprachloß-erschroknen

Schaaren eilen die Menschen, die Mutter, die Erde zu fliehen,

Die sie nicht tragen mehr will. Der schwarze Himmel sieht zornig,

Wie der rebellische Boden sein Eingeweid gegen ihn ausspeyt,

Seine breite Stirne runzelt; unwillige Wolken

Krachen unter den Sturmwind, der aus dem Maule der Erde

Wild heraufheult, und flatternde Flammen weit um sich her bläst.

Auch der Ocean tobt, es drängt sich Welle auf Welle

An das erschütterte Ufer, die gräßliche Scene zu sehen.

Die untergehende Sonne beschleunigt den Abzug. Des Mondes

Bleiches Antliz gukket scheu in die tönenden Thäler

Und den aufrührischen Wald. Aus niedergestürzeten Eichen

Schießt der nistende Adler schröklich empor und erfüllet

Weit die Lüfte umher mit Schreyen um verlohrene Kinder.

Wurzellos rauschen die seltsam umhertanzenden Linden,

Deren Laub, wie Fluthen im Meer, sich wälzet: und über

Sich erhebende Hügel flüchten die brüllenden Thiere

In ihr Grab. Meilenhohe Berge wanken: langsam

Sinkt ihr himmlisches Haupt dem tiefen Thal zu; die Lüfte

Weit umher werden Staub, und selbst des Himmels Gewölke

Weicht erschrokken seitwärts und vergisset zu donnern.

Dort erhob eine zierliche Stadt die winkenden Thürme

Hoch in die Lüfte. Kleinere Sonnen spiegelt' ihr glänzend

Dach, wenn senkrecht der Strahl des Mittags sie traf, in die Fluren.

Prächtig liefen hier Reyhen von Häusern: Säulen aus Marmor

Stüzten die Tempel und Palläste, die der eiserne Kriegsgott

Nie noch hatte mit Händen voll Bluts und Feuers bekämpfet.

Drey Augenblikke! – Nun ist sie nicht mehr. Der Rachen der Erde

Schlang sie hinab. Zehntausend Stimmen des Todes drangen

Auf einmal durch die vom Schutt verfinsterte Sphäre.

In den bewegten Gassen hob, sich empörendes Pflaster,

Menschen und Thier empor; dann sank es unter; des nahen

Stromes Quellen von drükkenden Bergen befreyet, entstürzten

Ihrem zerstörten Gefängniß mit plözlicher Wuth, und fielen

Ueber die Untergesunknen her: So, wenn er die mürbe

Kette zerrissen, stürzet ein hungriger Bär auf das zarte

Tändelnde Kind im Grase. Selbst aus den Brunnen empor schoß

Ihr sonst ruhig Gewässer, und nezte mit irdischem Regen

Wolken. Die berstende Erde füllt' ihre Wunden mit Menschen,

Die oft halb begraben umsonst die flehenden Arme

Hoch zum Himmel rangen. Oft auch (unglaubliche Mächte!)

Spie der verschlingende Boden an fernen Orten die Todten

Wieder von sich, verbrannt, mit Erd' umhüllet, kaum kennbar.

Schiffe wurden vom schwellenden Meer ans Ufer geschleudert

Und warfen Anker auf sandigter Flur. Wo Berge gestanden,

Glänzten izt blaue Seen und manch entrunnener Landmann

Fand seinen blumreichen Garten vor sich, der mit ihm verrükt ward.

Siehe, da liegt nun das Wunder der Zeit, das Erstaunen der Enkel!

Ewige Pracht in Schutt versenkt! unzerstörbare Schlösser

Ueber einander gewälzt! und kleine Götter begraben!

Wie ist das Antliz der Erde verzerrt! die traubenbedekten

Höhen lieblicher Berge umgekehrt! und die erhabnen

Stämme des dunkeln Waldes weit auf dem Boden verbreitet!

Auf Arbelens Gefilden lagen so Leichen der Perser

Deren emporgerichtete Spieße die Lüfte sonst schwärzten.

Dunkelwallendes Roth dekt den noch nicht ruhigen Himmel,

Gleich einem glühenden Ofen. Auch ward manch erschüttertes Ufer,

Tief in den Schooß des Meeres hinabgerissen, zur Insel:

Ein halbtodtes Geschlecht eröfnet izo die Augen,

Und sieht auf ungebaueter Arche sich aus dem Rachen

Der Verwüstung gerissen: denn Gott, dessen wankender Finger

Unserer Erde Umsturz ist, noch ist seine Rechte

Nicht verkürzt, und täglich thut er unerkannt Wunder.

Jener marmorne Pallast, der umgekehrt da liegt, von Eulen

Und gesättigten Raben bewohnt, erklang noch vom wilden

Rauschen entweyheter Sayten und vom nächtlichen Lärmen

Schwärmender Larven: indem erbebte der glänzende Boden

Unter den tanzenden Füssen; die Spiegel schmetterten nieder

Und die Corinthischen Pfeiler sanken. Mächtiger Schrekken

Schlug auf den dünstenden Stirnen und blassen bebenden Lippen

Buhlender Tänzer den kalten Thron auf: sie stürzten die Stiegen

Stumm hinunter; mit loßgerissenen Haaren durchströmten

Blühende Jungfraun die beweglichen Gassen; auch eilten

Hinkende Greise an hülfreichen Stekken, weit hinter geblieben.

Lamon, ein edler Jüngling, sah die grausame Erde

Ihre Kinder verschlingen, die sie lang mütterlich nährte,

Und gedachte zu fliehen, doch ein einstürzend Gebäude

Ueberdekt' ihn; die Trümmer, vom sorgsamen Schuzgeist geleitet,

Formten sich ihm zur Höhle: da lag er von Menschen und Geistern

Gleich entfernt. Vergebens durchdrang seine heisere Stimme

Die aufgethürmten Lasten. Noch hört' er das Schelten der Tiefe

Und die Donner des Himmels und die Stimmen der Menschen,

Die ein barbarisches Haus erdrükt! und prieß mit Gedanken

Seinen Erretter: ihm wars verwehrt die Hände zu falten,

Denn auf zertrümmerter Rechte lag ein spizziger Felsen

Und die erstorbene Linke dekt ein Ruinengebirge.

Kaum konnt' er Augen voll Tränen öfnen, kaum durft' er bisweilen

Die gepressete Luft in sich athmen: bei jeder Bewegung

Seines unsanft ruhenden Hauptes, oder der seufzend

Sich erhebenden Brust, bebt' er, die untreue Wölbung

Werd' ihn mit schnellem Gewicht zerquetschen. Sein Schreyen und Winseln

Hörte hoch über ihm das Ohr der Gottheit: sie sandte

Von dem stürmenden Himmel auf einer unsichtbaren Wolke

Stärkenden Schlaf von liebkosenden Träumen begleitet, hernieder,

Daß sie den bangen Sterblichen tröstlich erquikten: da sah er,

Leise schnarchend (so schnarcht im Arme der Mutter ein Säugling),

Seinen Schuzgeist vor sich. Mit ausgebreiteten Armen

Schwebt' er über ihm, stüzte die ihn bedrohende Dekke,

Und flößt' in sein verzagendes Herz einen Himmel von Ruhe.

Plözlich erhob er lächelnd die undurchsehbare Wölbung,

Warf die Steinhaufen ab, und zog mit mächtigen Händen

Ihn aus der Grube hervor. Von Freud' und Dank hingerissen,

Stürzt' aus den schlafenden Augen ein Strom von Tränen; er stammelt'

Im Erwachen: „o Gott! o heiliger Engel!“ und sah sich

(Unbeschreibliche Wonne!) in den umschlingenden Armen

Seines Vaters. Der hatt' ein tiefes sterbendes Wimmern,

Als er den Sohn zu suchen die schröklichen Scenen durchirrte,

Leises Wimmern hatt' er vernommen. Athemloß rannt' er

Hin zu dem jüngern Bekannten, und bat ihn, mit gütigen Händen

Jene Berge von Schutt abzuwälzen: „denn tief unter ihnen,

Sprach er, girrt eine schauererwekkende Stimme; mein klopfend

Herz schlug höher empor, als ich sie hörte. Wo nicht diß

Ahndende Herz zerspringen soll, wo nicht dieses heisse

Wallende Blut vor deinem Antliz sich durch die gedrungnen

Augen den Weg bahnen soll und rothe Ström' auf die Wangen

Giessen, so komm und hilf mir! Bey Gott, der mit mächtiger Liebe

Liebt, beim schröklichen Schiksal unglüklicher zärtlicher Väter,

Die auf die Leichen der Kinder ihr Herz in Tränen ausgiessen:

Bey deinem künftigen Tode und bei dem winselnden Röcheln

Deiner die Seele aushauchenden Brust, beschwör' ich dich, hilf mir!“

Und er half ihm. Ein abgehobener Felsen entdekt' ihm

Eine zersplitterte Hand; da wandt' er das starre Auge

Zum erhörenden Himmel und sank ohnmächtig; doch balde

Wekt' ihn das Freudengeschrei des Freundes: die zitternden Arme

Schlangen sich um den Sohn, noch eh er ihn zu erkennen

Fähig war. „Mein Sohn!“ – die Freude wehrt' ihm die Sprache:

Und mit frohem lauten Weinen wurden sie beyde

Unter ihr Dach getragen. – Täglich wölkete nachher

Sich vom beglückten Geschlecht ein rauchendes Opfer zum Himmel,

Ein Dankopfer von Seufzern und Jauchzen und Tränen der Freude.

Doch welch fernes Zischen durchdringet das Ohr, zischet stärker,

Und wird schrökkend Geräusch. Der Himmel verfinstert sich plözlich.

Schaut! ein glühend Gewölke wälzt sich in rauchenden Lüften:

Aus seinem Schoosse regnet flimmernde Asche hernieder.

Jezo brüllet ein Berg und speyt seine Felsen weit um sich,

Tausend Elenden traurige Grabsteine. Langsam ergiessen

Sich aus dem Rachen der Hügel dampfende Ströme von Schwefel:

Kochend wälzen sie sich durch die hinsterbenden Wiesen,

Und um sie her stürzen Linden und Eichen mit lodernder Wurzel.

Aber die Thiere flüchten mit schmerzhaftem Heulen; die Vögel

Scheuchet die Gluth weit weg: an den entferntesten Ufern

Werden schwazzende Dohlen und Störche die Wunder erzehlen.

Jezo laß uns, o Muse! über jenes Gewässer,

Das niegrünende Küsten, von Eißgebürgen umschanzet,

Mit den kalten und schwarzen Wogen nezzet, den Blik hin

Werfen aufs rauhe fruchtleere Land. Zwar herrscht hier allmächtig,

Und wie in seiner Heymath der Nord mit beissendem Wehen:

Aber dennoch bisweilen schüttelt die steinharte Erde

Die unzerbrechlichen Bande (so schütteln verzweifelnde Mörder

Auf dem Gerichtsplaz das schwere Eisen). Die Schneebehäuften,

Mit dem neblichten Himmel vermischeten Gipfel der Berge,

Werfen die Lasten von ganzen Jahrhunderten ab, und öfnen

Schlünde voll blauer Flammen. Dann fliegt auf spiegelndem Eise

Zitternd der Wilde hinweg: so floh Gebula und Zama

(Beide hatt' Amor mit seinem schärfsten Pfeile getroffen)

In ihre Felle gehüllt, mit pochendem Herzen, als Güsse

Funken senkrecht sie trafen. Vergebens spähte ihr Auge

Nach dem löschenden Schnee: die rauhen Hüllen entglommen:

Brennend umschlang Gebula die Gattin: „Zama! ich sterbe!

Schau, die Hölle speyt marternde Flokken! So hab' ich noch niemals

Schmerzen empfunden.“ Er sprachs und sank auf den zischenden Boden.

Zwar mit hohlen Händen bracht aus dem nähesten Thale

Seine Geliebte Schnee und dekte den jammernden Liebling:

Aber indem durchschnitt ein Felsstük rasselnd die Lüfte

Und zerquetschte die treue Zama. Mit weiblichem Schreyen

Bließ sie den Geist im Augenblik aus, den lang erst gequälet,

Mehr durch brennenden Schmerz als brennende Funken verzehret,

Auch nachher Gebula aufgab.

Die ihr sicher in Sünden dem Zorn des Ewigen trozzet,

Zittert, hartnäkkige Thoren! Er spricht, dann wandeln die Plagen

Ueber das Antliz der Erde; er winkt, dann fliehn Elemente

Aus ihren Grenzen, zerstören und tödten. Vergebens, vergebens

Ringen dann freche Hände zum Himmel; vergebens erschallet

Heuchlerisch Seufzen aus gottlosem Busen; das Auge, das niemals

Unter ruhenden Stürmen Tränen gekannt, erhebet

Sich umsonst zu ihm, es blendt's sein göttliches Blizzen;

Eures Gebetes Geplärr' antwortet ein stärkerer Donner.

Zwar der Mensch verlacht die Gefahr der Zukunft, glaubt, ewig

Werde die Sonn' ihm scheinen, der friedsame Frühling ihm lächeln:

Aber er spotte des nahen Gewölks, der erhobenen Rechte

Des anziehenden Richters; Beelzebub höhnte die Allmacht

Des Allmächtigen also, rottete Geister zusammen

Und empörte sich: plözlich fühlte sein Nakken Donner

Und sein sinkendes Haupt die Ferse des ewigen Sohnes.

Wie die unlöschbare Gluth, wenn eine Wolke zerberstet

Und in sie hinströmt, dampfend noch einmal empor schwillt, dann plözlich

Sinkt und mit gräßlichem Heulen am Boden kriechet, so stürzte

JESUS, (beugt euch, Frevler! wie Rohr vor reissenden Winden,

Vor dem Namen des Richters!), so stürzt' er die Fürsten des Abgrunds.

Und ist das Ungewitter der Plagen zu wenig, die Felsen

Zu erschüttern, die hoch emporschwellenden Herzen zu dämpfen,

So erschrekke du sie, sich jährlich nähernde Zukunft

Des, in dessen verwundeter Hand der Gerechtigkeit Waage

Tönt und Thaten wäget, mit Ewigkeiten sie aufwägt.

Schaut! ein schwarzes Gewölke belastet die seufzenden Lüfte

Und die Finsterniß dekket das Land. Es tönen die Stimmen

Des Entsezzens, des Zagens, des lauten Erbebens erschröklich

Durch die Nacht. Doch schnell wird das zehnfältige Dunkel

Von einem schröklichern Tag' erleuchtet. Zehntausend Blizze!

Ihnen folgen zehntausend, und zehnmal zehntausend erfüllen

Die sie schleudernden Hände der Todesengel. Unzählbar

Steigen entzündete Flammen empor: ein gräßliches Krachen

Stürzender Städt' und Schlösser und des hohlen Donners,

Der, nur ein Schlag, von einem Ende des Himmels zum andern

Ununterbrochen umher kriecht, erschüttert den Boden. Von fernher

Schallt die geweissagt gefürchtete Stimme der hohen Posaune:

Siehe, er kommt!

Und die plözlich zerspringenden rasselnden Gräber antworten:

Siehe, er kommt!

Und der Pole Axe drehet sich nicht mehr; die Klüfte

Stürzen zusammen: die Pforten der Hölle fallen aus ihren

Angeln. Es sinken die Geister des Pfuhls mit schnellem Entsezzen

Jeder unzählige Klafter tiefer in die Tiefe;

Plözlich werden sie wirbelnd emporgehoben, ein Donner

Schlug sie empor. In furchtbare Reihen ordnen die Engel

Izt die verworfenen Geister und verzweifelnde Menschen:

Ihnen entgegen jauchzet die heilige Schaar und siehet

Mit emporgerektem Haupt den Vater, den Richter

In unnachahmbarem Glanz auf lichten zerfliessenden Wolken,

Mit dem ganzen feirenden Heer des Himmels daher ziehn.

So (wenn der unedle Vergleich zu wagen ist) ziehet

Unter mystischem Sternentanz, der Nächte Beherrscher

Still majestätisch daher. Jezt werden die Bücher des Rechtens

Loßgewälzt und gerichtet. Zwar wagt es die Rotte der Linken

Ihren Mund aufzuthun zur Vertheidigung: aber ein grauser

Donnerschlag stösset antwortend sie alle hinab, mit Entsezzen

Und mit lautem Jammern hinab in den offenen Rachen

Des feuerstürmenden Pfuhls. Da nun in grundlose Gründe,

Jeder vergeblich arbeitend hinabsinkt, schliessen sich donnernd

Die unbarmherzigen Pforten der Höll' auf ewig, auf ewig –

Sagt es mir nach, ihr Donner des Himmels, damit es den Sündern

Tief in den Busen sich äzze, sagts, unersteigliche Klippen!

Im erschröklichen Nachhall: auf ewig! auf daß der Verworfnen

Einer nicht etwa sich ferner erkühne, zu besseren Welten

Rachsüchtig aufzusteigen, und ihre ätherischen Lüfte

Mit dem höllischen Hauch zu vergiften. Indessen erheben

Perlenwolken die Edlen, die Freunde des lächelnden Richters,

Mit seinem Kleide bekleidt: sie singen in wirbelnden Lüften

Nie gehörete Jubel. O Wonn'! o lautes Entzükken! –

Schweigt, gefiederte Bürger des Waldes! du steigende Lerche!

Und du, emsige Schwalbe! die höher aufsteigende Seele

Wird durch euch wieder zur Erde hinabgerissen. – Doch schweigt nicht!

Auch ihr singt Loblieder dem HERRN, der mit frölichen Donnern,

Prächtig lachenden Blizzen sein Volk heimholen wird, schweigt nicht,

Auch ihr singt Loblieder dem HERRN!