Sei getrost

By Emanuel Geibel

Written 1833-01-01 - 1833-01-01

Sei getrost, und ob die Stunden

Rascher Jugend dir verweht!

Hast du doch in dir gefunden,

Was unalternd fortbesteht:

Kannst du ringend doch gestalten,

Was der Geist dir reichlich gibt,

Kannst im Lied die Liebe halten -

Selig ist, wer schafft und liebt.

Nimmer nun des Segels Schwinge

Stell' ich aus ins weite Meer;

Denn gewaltig zieht die Dinge

Frommer Liebeszwang mir her.

Alle Wunder, die ich ferne

Suchte, trägt der Heimat Schoß;

Und so segn' ich meine Sterne,

Und so preis' ich still mein Los.