Sie beklaget im Closter den Todt ihres Amanten.
Jhr trüben Augen weinet Blut
Jhr spahret nur die schlechten Zähren
Ergiesset euch ich kans nicht wehren
Quilt wie ein frischer Brunnen thut.
Der herbe Schmertz so meine Brust bekrieget
Wird nimmermehr durch Frölichkeit besieget
Mein mattes Hertze furchtsahm bebt
Der Cörper wird sehr hart gequählet
Wie! daß ich nicht schon längst entseelet!
Das Schicksahl! so beym Sternen schwebt
Hat mich wol recht zum Marter-Holtz ersehen
Ich soll davon und darf doch nicht vergehen.
Die starcke Stütze ist entzwey
Worauf ich mich vor dem gelehnet;
Wornach der Geist sich sonst gesehnet
Ist nicht mehr da und schon vorbey.
Ein Donner schlägt mit Sturm und lichten Blitzen
Starck zu mir ein wer wil mich nun beschützen?
Mein helles Sonnen-Licht ist fort
Der Himmel ist durchaus verdunckelt
So daß kein Freuden Stern mehr funckelt;
Hier ist der rechte Jammer-Ort
Wo nichts als Nacht und düstre Finsternissen
Die matte Brust und schwachen Geist umschliessen.
Wo soll ich nun ein helles Licht
In meiner Angst und Schrecken finden?
Die Dunckelheit wil nicht verschwinden
Bis mir der Tod das Hertze bricht.
Wohlan mein Geist! bereite dich zum Sterben
Du kanst doch nichts als Tod und Grab erwerben.
So sage ich denn gute Nacht
Der Welt und ihren falschen Freuden
Womit sie will die Sinnen weiden
Dasselbe wird von mir verlacht.
Mein Ohr ist taub die Lieder anzuhören
Damit sie denckt mein Hertze zu bethören.