Sie ließ ihn im finstern mit einer laterne zu sich holen. C. E.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Was soll die leuchte doch die du mir zugesandt?

Gewiß statt ihrer kan Cupido mir schon dienen;

Denn ob er gleich stockblind sein lebetag erschienen

Führt er als gleitsmann mich doch sicher bey der hand,

Zudem er scheut das licht und will nicht seyn erkant

An der entblößten haut und den verliebten minen;

Drum wird er sich auch nie als nur des nachts erkühnen

Wenn dunckle schatten sind zu streichen durch das land.

Weil nun mein wille wird nach seinem wunsch getrieben

So muß ich mit ihm fort ohn eintzigen bedacht.

Ich folg ihm endlich auch gar gern und mit belieben:

Gnug! wenn er mich nur führt zu dich und deiner pracht.

Was hat es denn vor noth laternen anzuzünden

Wann ich die sonne selbst in dir mein licht kan finden.