Sie nimmt ihm ihr bildniß weg.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Du reist dein bildniß mir gewaltsam aus der hand

Und wilst mir diesen schatz durchaus nicht länger lassen.

Was aber soll ich wohl hier vor gedancken fassen?

Mißgönnstu etwan mir diß theure liebes-pfand?

Meynst du vielleicht es sey bey mir nicht angewandt?

Gewiß das erste macht mich vor der zeit erblassen

Dieweil du als ein feind wilt meine neigung hassen

Und dieses letztre hat dein mund mir selbst bekandt.

Doch du betriegst dich sehr. Wer eiffert mehr um dich?

Wer sehnt sich mehr nach dir? wer liebt auch mehr als ich?

Nimmst du mir nun dein bild so muß ichs zwar verschmertzen

Allein so stoltz du bist so glaube nur dabey

Ich trotze deinen haß und sag es ohne scheu:

Du reist mirs aus der hand nicht aber aus dem hertzen.