Sie suchte ein corallinen hertze welches sie verlohren. C. E.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Aurora suchstu was? und hastu was verlohren?

Ist irgend ohngefehr was liebes dir entwandt?

Hastu zu deiner lust ein etwas außerkohren

Das durch sein abseyn dich itzt setzt in kummer-stand?

Suchstu vielleicht ein hertz mit freundschafft angefüllet

Ein hertz das lieb und gunst zu deinen füssen legt

Ein hertz aus welchem selbst die reinste treue quillet

Und dessen adern nichts als keusche demuth regt?

Nicht suche schönstes bild du kanst bey mir schon finden

Ein hertze das dich selbst als seine göttin ehrt

Das sich auff ewig will zu deinem dienst verbinden

Und dessen reine glut kein sturm der zeit versehrt.

Kom̃! kom̃! demnach mein licht! und nimm was dir gebühret

Reiß diesen treuen schatz nach deinem willen hin

Und glaube daß ich stets so lang mein hertz sich rühret

In unverrückter gunst dein treuer diener bin.