Sie wil die Abwesenheit ihres Liebstens mit Gedult ertragen.
Scheint die Hoffnung meines Lebens
Schon zu schwinden in der Lufft
Quähl ich mich doch nur vergebens
Und bereite mir die Grufft
Darum weicht Gedancken weichet
Daß mein Hertz die Ruh’ erreichet.
Solte denn kein Stern mehr sternen?
Der ein gut Gelücke zeigt
Wenn ein Liebster durch Entfernen
Nur auf wenig Monden weicht;
Ja! auf kurtze Zeiten scheiden
Bringt vor Unglück süsse Freuden.
So erhohle dich mein Hetze
Lasse deinen Schatz nur ziehn
Dencke daß zuletzt der Schmertze
Muß zur schwartzen Höllen fliehn.
Ein gewünschtes Wiedersehen
Läst dich nicht zu Grunde gehen.
Fahr denn wohl geliebte Seele
Grosser Himmel steh ihm bey
Schaffe daß des Todes-Höle
Nicht vor ihme offen sey;
Lasse meine Träume lügen
Und mich frisch ihn wieder kriegen.
Mehr indessen seine Liebe
Wie sich meine täglich mehrt
Flamm noch an die heissen Triebe
Die schon unser Hertze nehrt.
Lasse uns so hefftig lieben
Als ein Mensch je können üben.