So geht der alte liebe Herr nun auch dahin
Written 1641-01-01 - 1641-01-01
So geht der alte liebe Herr nun auch dahin:
Nachdem er achtzig und was drüber ist erlebet.
Er geht zu Gott: Und legt und schlägt aus seinem Sinn
Das, was noch, wies Gott weiß, uns überm Haupte schwebet.
Die Kinder klagen ihn, ach Vater, unser Schutz!
Die Ehgenossin läßt die Tränen häufig fließen.
Was Kindeskinder sind, bedenken, was für Nutz
Sie hiebevor gehabt und nun nicht mehr genießen
Und weinen bitterlich. Die werte Bürgerschaft
Folgt ihrem Haupte nach und gibt ihm das Geleite
Zu seinem Schlafgemach, dahin der Tod ihn rafft
Gleich wie uns allzumal. Ich aber setz ihm heute
Zu Ehren diese Schrift: Ein Mann von alter Treu
Und deutscher Redlichkeit, ein Mann von vielen Gaben
Und großer Wissenschaft, ein Mann, der frisch und frei
Das Recht geschützt, die Stadt regiert, wird jetzt begraben.