Sonnet. Auß dem Italienischen der gelehrten Veronica Gambara. Sie klagt vber abw...

By Martin Opitz

Wann die zwey Augen nicht sich eylend sehen liessen

Die mein Gemüth allein erquicken thun in Leidt

Die mir in Angst vnd Noth verleyhen sicherheit

So würde förcht ich mir mein Leben weggerissen:

Eh werden alle Bäch ohn einen Tropffen fliessen

Eh wirdt die gantze Welt zu fallen sein bereit

Eh wirdt des Himmels Lauff der Meister aller Zeit

Wie Nebel Wind vnd Dampff im Rauch verschwinden müssen.

Denn daß ich ohne sie künt allzeit frölich leben

Sie seindt mein vffenthalt in jhnen lern ich eben

Des Himmels lauff vnd art als eine weise Fraw.

Ihr Sternen die jhr müst vff vnser Leben sehen

Wirdt es eh’ ich zu euch verreiß auch je geschehen

Daß ich jhn oder ja den letzten Todt anschaw?