Sonnet auß Hugonis Grotij Erotopægniis.

By Martin Opitz

Mein Lieb so offte mir meinarme krancke Sinnen

Dein Himlisches vnd mein betrübtes Angesicht.

Einbildet wundert mich daß deiner Augen Licht

Sich nicht erweichen lest durch meiner Augen rinnen

Wann aber ich nicht kan dein Huld vnd Gunst gewinnen

Warumb ergeussestu den grossen Zorn auch nicht

Daß ich durch seine Macht werdt endtlich hingericht

Auff daß mein Augen auch dich nicht mehr sehen künnen?

Doch gleichwol ob du schon mein Augen würdest blenden

Ob mein Gesichte gleich verdunckelt würde gantz

Durch deiner Sonnen Liecht durch deiner äuglein glantz

So köntestu doch nicht dich gäntzlich von mir wenden

Dieweil mein trawrig Hertz ob ich schon were blindt

Dich allezeit in sich fest einverleibet findt.