Sonnet/ In eines mahlers konst-kammer oder Werckstäte:

By Johannes Plavius

Konst ohne geld vnd gonst ist donst vnd mag nicht gelten

Wo sie jhr geld nicht gilt vnd wo jhr gonst gebricht

Ist alle müh' vmbsonst vnd vbel angerichtt.

Denn ohne gonst vnd geld wird dieser zeit gar selten

Was könstliches gedichtt. Wer fluchen wil vnd schelten

Wenn geld zu geben ist der komme hieher nicht.

Denn solchen ist die konst auch nicht vmb geld verpflicht

Wiewol sie sonst mit lust dient in des geldes zelten.

Wer nun aus freyen muth' vnd liebe zu der konst

(Welch' ohne geld nichts ist als wind vnd lauter donst)

Jhm etwas zu der lust wil könstlich lassen mahlen

Der sey auff geld bedacht so spürt man daß die gonst

Die er zu könsten trägt mit nichte sey vmbsonst

Die losung' hier ist geld. Man muss hier redlich zahlen.