Sonnet über den Geitz

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Ihr Reichen lasset euch den Reichthum nicht gelüsten

Kauffe euch kein Zucht-Hauß nicht durch euer eigen Geld.

Bey großem Gute dient kein Angst und Sorgen Held

Und nur ein Sclaven Hertz verschließt sich in die Küsten.

Ein Mörder saugt sein Blut aus seinen eignen Brüsten.

Ein Kluger lebt vergnügt und der besiegt die Welt

Wenn welche Schande doch! durch sie ein Geitzhalß fällt

Als ob Metall und Koth ihn zu beglücken wüßten.

In Banden legt er sich; ob sie nun güldenseyn

So schlägt der große Narr doch seine Seele nein

Die über alles soll auf Erden triumphiren.

An Stricken pfleget man die Hunde nur zu führen.

Ein Weiser braucht sein Geld wird nicht vor Sorgen bleich

Bey Reichthum ist er froh und in der Armuth reich.