SonnetAuf eine schlitten-fahrt

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Ist das nicht Flavia die sich bey trüber nacht

Läst in der rauhen lufft und auff dem schlitten führen?

Will sie den weissen schnee mit ihren rosen zieren?

Und wird zu winters-zeit der lentz herfür gebracht?

Sie ists ich kenne sie aus ihrer augen pracht

Die stralen lassen sich als neue sterne spüren

Und was mir stets mit recht zu loben will gebühren

Hat meine feder stumpff und mich itzt stumm gemacht.

Wird aber auch der schnee vor deinen augen fliessen?

Den augen, welchen geist und hertzen schmeltzen müssen

Für denen eiß zergeht und eisen selbst zerbricht?

Nein. Ist der brüste schnee so lange liegen blieben

Und hat den weissen glantz dein auge nicht vertrieben

So schmeltzet es gewiß den schnee der strasse nicht.