Spuren der GOttheit.

By Barthold Heinrich Brockes

Alle Ding' in der Natur,

Die wir schmecken, hören, sehen,

Deuten klärlich an, gestehen,

Und erinnern uns nicht nur,

Daß ein GOtt, ein Schöpfer sey;

Sondern, wenn wir redlich hören,

Hören wir die weisen Lehren:

Daß wir seiner GOttheit Schein,

Der so hell, als allgemein,

Zu bewundern zu verehren,

Pflichtig und verbunden seyn.

Aller Sternen helle Heere,

Die im Boden-losen Meere,

In den Tieffen ohne Gräntzen,

Allenthalben um uns gläntzen,

Zeigen, bey entwölckter Nacht,

Von der Wercke Wunder-Pracht,

Zeigen von des Schöpfers Macht,

In der wirckenden Natur,

Uns die allerklärste Spur;

Sah’, am unbekandten Strande,

Dorten Bias in dem Sande

Mathematische Figuren;

Sprach er:

Wie viel mehr kann man in Sternen

Der Sapphirnen Himmels-Höh’n

Spuren einer GOttheit sehn,

Diese grosse Wahrheit lernen: