Sr . Excellenz des Herrn Geheimerath von Göthe .

By Clemens Brentano

„ich stund auf an eim Morgen,

„und wollt gen München gehn,

„und war in großen Sorgen,

„ach Gott wär ich davon,

„mein Wirth, dem war ich schuldig viel,

„ich wollt ihn gern bezahlen,

„doch auf ein ander Ziel.

„herr Gast ich hab vernommen,

„du wöllest von hinnen schier,

„ich laß dich nicht weg kommen,

„die Zehrung zahl vor mir,

„oder setz mir den Mantel ein,

„demnach will ich gern warten,

„auf die Bezahlung dein.

„die Red ging mir zu Herzen,

„betrübt ward mir mein Muth,

„ich dacht, da hilft kein Scherzen,

„sollt ich mein Mantel gut

„zu Augsburg lassen auf der Gant

„und blos von hinnen ziehen,

„ist allen Singern ein Schand.

„ach Wirth nun hab Gedulte

„mit mir ein kleine Zeit,

„es ist nicht gros die Schulde,

„vielleicht sich bald begeit,

„daß ich dich zahl mit baarem Geld,

„drum lasse mich von hinnen,

„ich zieh nicht aus der Welt.

„o Gast! das geschieht mit nichten,

„daß ich dir borg dießmal,

„dich hilft kein Ausred-Dichten,

„tag Nacht wollst du seyn voll,

„ich trug dir auf den besten Wein,

„drum mach dich nur nicht müßig,

„ich will bezahlet seyn.

„der Wirth, der sah ganz krumme,

„was ich sang oder sagt,

„so gab er nichts darumme,

„erst macht er mich verzagt,

„kein Geld wußt ich in solcher Noth,

„wo nicht der fromm Herr Fuker

„mir hilft mit seinem Rath.

„herr Fuker laßt Euch erbarmen

„mein Klag und große Pein

„und kommt zu Hülf mir Armen,

„es will bezahlet seyn

„mein Wirth von mir auf diesen Tag,

„mein Mantel thut ihm gefallen,

„mich hilft kein Bitt noch Klag.

„den Wirth thät bald bezahlen

„der edel Fuker gut,

„mein Schuld ganz über alle,

„das macht mir leichten Muth,

„ich schwang mich zu dem Thor hinaus,

„adie du kreidiger Wirthe,

„ich komm dir nimmer ins Haus.“