Sternschnuppe

By Adelbert von Chamisso

Written 1834-01-01 - 1834-01-01

Wann einer ausgegangen ist,

So ist er nicht zu Haus;

Und wird der Winter hart, so friert

Das Ungeziefer aus.

Ihr war der Knecht so eben recht,

So lang allein er warb;

Der Jäger kam, des Federhut

Den Handel ihm verdarb.

Der Pächter nahm, so wie er kam,

Ihr Herz gleich in Empfang;

Kein Wunder daß dem Amtmann auch

Der Meisterschuß gelang.

Und den Husaren – Offizier

Erblickte sie von fern:

Fahr hin, fahr hin, Kartoffelkraut,

Da geht mir auf mein Stern!

Dein Stern? was geht dein Stern mich an

Absonderlicher Art

Mit goldbeschnürtem rotem Wams

Und Schnurr- und Backenbart?

Bald hat ein solcher sich geschneuzt,

Es lischt das Lichtlein aus;

Wann einer ausgegangen ist,

So ist er nicht zu Haus.

Nun bricht der Winter an, es friert;

Du blickst nach uns zurück;

Ich und wir alle, teurer Schatz,

Wir wünschen dir viel Glück.

Und bleibst du sitzen, teurer Schatz,

So bist du nicht allein;

Noch wird der alten Jungfern Zunft

Nicht ausgefroren sein.