Sunium.
Dein, o Sunium, denk' ich, und deiner romanti- schen Fluren.
Manchen lebendigern Tag hast du den Jüng-
Mancher Abend verfloss ihm in deinen gastlichen
Hallen,
Unter ernstem Gespräch, unter vertraulichem
Scherz.
Deine Fluren sind schön, o Sunium. Deine Ge-
Schatten so kühlend, so frisch duftet der Kal-
Horch, wie die Nachtigall schlägt in der blüthen-
Schau wie die güldene Saat wogt das Gelände hinan.
Gellend erschallt aus dem goldenen Bette die Flöte
der Wachtel,
Dumpfer des Rohrspatz Ruf aus dem Geröh-
Dein o Sunium denk' ich und deines vergötterten
Weisen,
Welcher entschleyerten Blicks jetzund die Wahr-
Mancher gesellige Abend, und manche der nächtli-
Hold ist dem Denken die Nacht, hab ich dem
Denker gelauscht,
Über das Leiden und Thun, und über Verhängniss
und Freyheit,
Über des Endlichen Kampf mit dem unendli-
Aber dem Denker voran flog immer die Ahnung des
Dichters.
Zürnend dem zögernden Gang, sprengt' ich der
Schlüsse Gespinnst,
Stürmte hinaus in die Nacht, in die heilige. Über
der Scheitel
Rolleten Leyer und Schwan, blitzten Arktur
und Centaur,
Jeglicher funkelnde Stern und jegliche rollende Sonne,
Jegliches Rauschen im Busch, jedes Geflüster
des Schilfs,
Jegliches Echo der Nacht, die Stimm' aus andern
Welten,
Haucht in dem lechzenden Geist Ahnung des
Bessern empor.