Thau-Wetter

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Der Winter weicht der Schnee zuweichtdie Rinnen thränen

Der hart-gefrorne Strom das Eiß beginnt zu gähnen:

Ach laß o harter Mensch auch die verstockten Sinnen

Mit weicher Busse Thränen rinnen!

Man spürt die warme Lufft der lauhen Mittags-Winde

Sie rauschen in der Höh und streichen durch die Gründe.

Der Zorn des Höchsten raucht; ach laß ihn in dich dringen

Und dein befelßtes Hertze zwingen!

Die Erde schwimmt voll Koth du voller Missethaten:

Ach saubere dich bald dieweil dir noch zu rathen!

Bereite Geist und Sinn auff daß du kanst im Lentzen

Für GOTT mit neuer Zierde gläntzen.