Traumsommernacht

By Otto Julius Bierbaum

Written 1883-01-01 - 1883-01-01

Sommernacht, Traumsommernacht ...

Die Brunnen rauschen leise,

Die Trauerweide wiegt sich sacht;

Nun steigt der Mond in voller Pracht

Empor zur Wolkenreise.

Traum und Frieden ...

Was hienieden

Unruhvoll das Herz verstört,

Senkt sich in des Traumes Tiefen.

Und der Ruhe Geigentöne,

Die in Tages Lärme schwiegen,

In der heißen Helle schliefen,

Seelentiefe, seelenschöne,

Kommen nun heraufgestiegen,

Werden nun gehört.

Sommernacht, Traumsommernacht ...

Ein Rauschen lieb und leise,

Die Seele wiegt sich süß und sacht

Nach ihrer Geigenweise:

Traum und Frieden ...

Hingeschieden

Alles was uns traurig macht.

Sterne glimmen,

Wolken schwimmen,

Und das Märchen ist erwacht.