Trochaische Ringelverse eines betrübten Sünders. Auff die Worte: Mein Gott mein ...

By Georg Neumark

Ach mein Gott mein treuer Gott warüm hastu mich

verlassen

Mich verwirrt- verirrten Menschen mein sehr

schwaches Fleisch und Blut

Jrret kläglich hin und her auff klippschlüpferige Strassen

Fehlet doch des rechten Weges der uns das gerechte Gut

Zu dem Himmel zeigen soll; Diese Welt mit ihren Günste

Lauffet üm mich her mit Lachen daß sie meinen leichten

Sinn

Ins Verderben führen mag; mit den groß- gemachten

Dünsten

Der beschminkten Eitelkeiten lokket mich die Falsche hin

Dort auff jenen breiten Weg. Solcher vorgesatzter massen

Wo du nicht mein höchster Helffer du O mein HErr

Jesu Christ

Bester Trost mit deinem Geist’ hier auff dieser Lebens-

strassen

Mich Verführeten begleitest und so mein Gefehrde bist

Ach so ist es mit mir auß! Ich verbleib’ im Sündenstege

Mein betrübtes Fleisch das irret biß zum hellschen Tar-

tarus.

Darüm führe du mich nur auß dem falschen Fehlerwege

Daß ich dein verirter Pilgram stets nach dir nicht seuff-

tzen muß:

Ach mein Gott mein treuer Gott warüm hastu mich ver-

lassen?