Trost In dieser Irrdischen und bawfälligen Hütten unsrer Leiber Wegen der ewigen...

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Was haben wir zu sorgen,

Wenn uns heut oder morgen

Des Leibes Hütte bricht?

Sie muß zerbrochen werden,

Ist aus sehr schwacher Erden

Und wehrt die Länge nicht.

Wir wissen, daß wir haben

Ein reiches Haus von Gaben

Im Himmel prächtig stehn,

Gebawt durch Gottes Stärcke,

Nicht durch der Hände Wercke,

Daß nimmer ein-wird-gehn.

Ein Hauß da Gnüge, Leben

Und solche Frewden schweben,

Die keines Ohr gehört,

Kein Aug' hat eingenommen,

In keines Hertz sind kommen

Vnd keine Zung gelehrt.

In die Behausung sehnen

Wir uns aus diesen Thränen

Und uns verlangt allein,

Daß damit unsre Seele

Für diese Leimen-Höle

Mög überkleidet seyn.

Gott aber, dem für allen

Wir hie im Leibe wallen,

Schenck' uns des Glaubens Kleid,

Daß wir nicht nackend gehen

Vnd Sünden-heßlich stehen

Gehöhnt in Ewigkeit.

Wird dann die Hütt aus Knochen

Uns endlich abgebrochen,

Führ' Er die Seel' heraus

Und lasse sie den Wagen

Der lieben Engel tragen

In seiner Frewden Hauß.

Da wollen wir von Leben

Und Lust berauscht erheben

Der Stimm- und Seiten-Klangk,

Und singen, Ihm gehöre

Macht, Weißheit, Herrschaft, Ehre

Vnd aller Liebe Danck.