Trübe Luft im Frühling.
Man siehet zwar auch oftermahls im Lentzen,
Daß, in nicht aufgeklärter Luft,
Ein allgemeiner Duft
Des Himmels heitres Blau, der Sonnen Gläntzen
Bedecket und verhüllet
Und unsern gantzen Kreis der Luft erfüllet;
Es färben sich die Wolcken falb’ und grau:
Doch zeigt ein solches Falbes sich
Nicht, wie im Sommer, fürchterlich;
Es mischet sich ein klares Blau
In diese Dunckelheit,
Dadurch vergnügt so dann ein dämmricht Licht
Und trübe Klarheit das Gesicht,
Indem die fette Fruchtbarkeit
In diesem zarten Duft fast sichtbarlich zu sehn;
Und, weil zugleich die still und glatte Flut,
Die bey der stillen Luft, glatt, wie ein Spiegel, ruht,
Die sanfte Dämmerung am Himmel, gleichfals schön,
In einem klaren Wiederschein,
Uns deutlich zeigt; so ist ein stilles duftigs Wesen
So dann fast allgemein,
Und thut den Augen wol,
Ja macht zugleich mit einer sanften Lust
Blut, Hertz und Brust
Von einer süssen Anmuth voll.