U ber die L ust in L ieben.

By Christian Friedrich Hunold

Lieben ist das schönste Leben

Das uns solche Lust kan geben

Die man unvergleichlich hält.

Ehre Pracht und grosse Schätze

Sind versichert nur die Netze

Die man eitlen Sinnen stellt:

Hier sind Florens Wunder-Auen

Und in Paradieß zu schauen

Engel die empfindlich sind.

Zucker Rosen und Narcissen

Bricht man durch das süsse Küssen

Wo der Himmel selbst zerrinnt.

Doch man muß sein Glücke Wagen

Denn auf einen Sturm verzagen

Daß gewinnt die Vestung nicht,

Ob zu erst die Dornen stechen

Ach! so ist nicht auszusprechen

Wie entzückt man Rosen bricht.

Wills die Tugend gleich verfluchen

Und heist mich was schönres suchen

Als in schnöder Wollust ruht:

Nun so ehr ich sie von beyden

Unterdessen kan ichs leiden

Daß mirs was Galantes thut.