Uber des Allwachenden Schlaf / in dem Wind-bestürmten Schifflein

By Catharina Regina von Greiffenberg

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

GOTT schläfft und schläfft doch nicht. Er schläffet zu entdecken

der Jünger Glaubens- Schwäch' im Wetter-Widerstand

wann er von ihnen zieht die Stürme-Schirmungs-Hand;

will nach dem schein den Schein des Gnaden-Augs verstecken.

der strengen Noht Gebot macht ihn behend erwecken.

Er der die Wind verbindt hat an der Hand das Band

kan wider ruffen bald die so Er ausgesandt:

sie stellen sich stracks ein aus allen Felsen-Ecken.

Die Welle die sich mit der hohen Wolken wolt

vermählen welche sich herunter neigen solt

ist wider in den Grund zum Ordnungs Ort gewichen.

Nun Meer und Wind wird still ein hohe Frag geht an:

was ist dem Wind und Meer gehorchen vor ein Mann?

ich antwort': eben der der Gott und uns verglichen.