Uber die abwechselnden reinen und unreinen Begierden

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Der Leib kam mit dem Geist in einen harten Streit.

Der Geist der flüchtig ist und klug wich eine Zeit.

Da nun der schwere Leib erhitzt in dem Verlangen

Die Sehnsucht sehr gestillt und müde satt gegangen

So kam der Geist auf ihn und sprach: ergiebst du dich?

Ja sprach der Leib beschämt komm komm besige mich.

Wie vielmahls hast du schon den Ruhm davon getragen

Zu seiner Schande hat der Leib sich selbst geschlagen?

Doch seys zum letzten mahl; drum weil du hast gesiegt

Nim Palmen ehe sie noch die Verzweiflung kriegt.