Uber die abwechselnden reinen und unreinen Begierden
Written 1697-01-01 - 1697-01-01
Der Leib kam mit dem Geist in einen harten Streit.
Der Geist der flüchtig ist und klug wich eine Zeit.
Da nun der schwere Leib erhitzt in dem Verlangen
Die Sehnsucht sehr gestillt und müde satt gegangen
So kam der Geist auf ihn und sprach: ergiebst du dich?
Ja sprach der Leib beschämt komm komm besige mich.
Wie vielmahls hast du schon den Ruhm davon getragen
Zu seiner Schande hat der Leib sich selbst geschlagen?
Doch seys zum letzten mahl; drum weil du hast gesiegt
Nim Palmen ehe sie noch die Verzweiflung kriegt.