Uber die / mitten in Unglück entfangene /Geistliche Ergetzlichkeit

By Catharina Regina von Greiffenberg

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Ach der übermilde Himmel schenkt auf Leiden Freuden ein

senkt die Frommen wol in Noht lässt sie aber nicht versinken.

Weil sie ringen mit der Angst pfleget Er der Freud zuwinken.

Er verkläret ihre Trübsal mit dem gnaden wunderschein

schicket ganze Labungs-Ströme für ein kleines tröpflein Pein.

ja in während-gröster Qual läst er Liebes-flammen blinken

und das Noht-verschmähte Herz aus dem Gnaden Abgrund trinken:

Er ergetzt es und versetzt es in seim Erzerbarmung seyn.

Da verschickt es wunderlich eine Eusserkeit der andern:

aus Erz-Angst in Haupt-Vergnügung aus der Qual in Jubel-Thron

muß es durch des Höchsten Krafft klar doch unvermärket wandern

daß der Geist vor Last und Luste seuffzet ob dem Creutz und Kron.

Wol ja wol und überwol dem der fest auf Gott vertrauet!

weil er nicht allein sein Hülff ja selbst seine selbstheit schauet.