Uber die Verbergung Göttlicher Hülff' und Gnaden

By Catharina Regina von Greiffenberg

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Ach harter Herzens Sturm nie satt beklagte Plag

die selbste gütigkeit als Felsen hart anflehen

nur unbeweglich fort zur hülff' und Rettung sehen!

der das gehör erschuff erhört nicht was ich sag

wann Herz-außschüttend' ich mein Noht und Elend klag

wann meiner seuffzer wind sie durch die Wolken wehen

und hoff es werd zu ruck Rath gnad und that mitgehen:

so spür' ich leider nichts die Plag wächst tag vor tag.

Ach Erzerbarmer kanst dich länger wol enthalten?

Ich weiß du fühlst selb selbst die mich längst ängstend Noht.

Ists dir ein Herzens schmerz so soll er dirs zerspalten

und du solst helffen weil dir müglich all's als Gott.

Bin dein Aug-Apfel ich wie lästu mich antasten?

fühlstu den schmerzen selbst wie kanst zu heilen rasten?