Uber die verschertzte Freyheit.
Ach unerträglich Joch
An dem ich Armer noch
Mein Leben muß verschliessen!
Wenn werd ich doch entrissen
Der strengen Dieustbarkeit
Die mir kürtzt meine Zeit!
Ist denn ein freyer Muth
Dienstschuldig was er thut?
Muß denn mein Willen eben
Nach eurem Wollen leben?
Bald sagen Ja bald Nein
Das geht mir bitter ein.
Was thut nicht das Gelück
Und seine böse Tück?
Da ich jetzt solte siegen
Muß ich zu Hofe ligen
Und was mich mehr geht an.
Selbst seyn ein Unterthan.
Hilff Himmel! Ist es recht?
Dein Sohn wird jetzt ein Knecht
Läst sich in Schrancken treiben
Und ihm Befehl fürschreiben
Thut was ein feyger Muth
Sonst aus Verzweifflung thut.
Erzörnte Himmels-Rach
Laß doch nur einmahl nach
Auff meinen Kopff zu blitzen.
Wo du mich nicht willst schützen
So kan ich nicht bestehn
Und muß zu Grunde gehn.
Dem vor die Welt zu klein
Geht jetzt Gehorsam ein
Der auff die Freyheit trutzte
In ihrem Purpur stutzte
Trägt nun O Jammer-Stand
Der Fessel schweres Band.
Gefangen bin ich nicht
Und gleichwohl doch verpflicht
So bald der Tag erschienen
Muß ich zu Gnaden dienen
Und tret auf schlüpffrig Eiß
Das ich gebrechlich weiß.
Was ich zuvor lacht aus
Das kommt mir jetzt zu Hauß.
Vor kont’ ich Herrschafft üben
Nun muß ich mich betrüben
Daß ich nach frembdem Sinn
Fast ein Leibeigner bin.
Welt Ehre Ruhm und Pracht
Euch sag ich gute Nacht.
Dich Dich such ich durch Lieder
Komm meine Freyheit wieder
Und mach mich doch nur frey
Von dieser Sclaverey.
Wie freudig wil ichs sehn
Wenn dieses wird geschehn
Daß mein versöhnt Gelücke
Mir abnimmt seine Stricke
Und läss’t mich in der Ruh
Mein Leben bringen zu.