Uber die Zeit

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Ein Pfeil geht zwar geschwind die Luft saust schnell vorbey

Die Wolcken lauffen sehr der Blitz fahrt in die Eichen

Sprich ob was schnellers noch als seine Strahlen sey?

Blitz Pfeil Lufft Wolcken sind der Zeit nicht zu vergleichen.

Sie streicht geschwind dahin kein Auge kan es sehn:

Meer Wind und Wetter sind von Menschen aufzuhalten

Die Zeit von keinem nicht: sie läßt auch Käyser stehn

Nicht über einen Blick vermag in Fürst zu walten.

Wer kauffte nicht die Zeit vor Millionen ein?

Doch geht sie weil sie mehr als gülden ist zu schätzen.

Wer sich der Zeit bedient kan reich in Armuth seyn.

Bey zeiten kan die Zeit in Glück und Ehren setzen.

Drum edle Menschen braucht anitzt der edlen Zeit:

Gar lange wird der Sand nicht in dem Glase bleiben;

Und sucht die Weißheit mehr als die Ergötzlichkeit

Vertreibt die Zeit doch nicht sie wird sich selbst vertreiben.