Uber eine Nacht von lauter Blitzen/ und einen schönen darauf erfolgten MorgenFuß...
Written 1697-01-01 - 1697-01-01
Die Nacht erschüttert uns mit knallenden Gewittern;
In meiner Sünden Nacht zieht auch ein Wetter auf.
Vom Donner müssen dort die Elementen zittern;
Und mein Gewissen bebt denn das Gesetz schlägt drauf.
Gott donnert in der Lusst und Moses mir im Hertzen.
Dort bricht und blitzt die Glut durch schwartze Wolcken hin.
Durch meine Finsterniß dringt mit dem grösten Schmertzen
Ein Brand in meine Brust daß ich im Feuer bin.
Da nun vor jenem Blitz die Erden will verschmachten:
Trennt sich der Wolcken Macht; Ein Regen als ein Fluß
Erqvickt das dürre Land. Ich war ihm gleich zu achten:
Den matten Geist erqvickt ein heisser Thränen-Guß.
Wie lacht es sich vergnügt erst mit dem Himmel weinen?
Gibt nicht die Schwefel Dunst zu harter Wetters-Noth
Selbst unser Sünden Sumpf? drum soll Gott gnädig scheinen
So folgt durch Busse Trost wie Zorn durch das Gebot.
Ein schöner Glantz erschien als denn am Himmels Bogen.
Ich hub die Augen auf mit Loben zu dem Herrn.
Auf Nacht kommt Sonnen-schein auf Thränen Heyl gezogen;
Die Seele sang: Wie schön leuchtet der Morgenstern.