Uber zwey Spiegel

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Ich kan dir nichts als Glaß mein Kind für dißmahl schencken

Doch hab ich auch dabey mein sonderlich Bedencken.

Das weiße Silber ist ein Bild der reinen Treue

Die sich bey mir und dir von Jahr zu Jahr verneue.

Betrügt zu Zeiten gleich ein glattes Spiegel-Eiß

Genung daß unser Sinn von keiner Falschheit weiß.

Ein Spiegel ist das Hertz in welchem widerscheinet

Was sein vertrautes Hertz in Lieb und Treue meynet.

Ein Spiegel fängt durch Kunst von andern Licht und Flammen

Dein Auge knüpfft mein Hertz das deine meins zusammen.

Dergleichen Sinnen Bild sind Spiegel gleicher Art.

Gott halte sie und uns noch lange Zeit gepaart.