Unglücklicher Zustand eines Atheisten.
Der Unterscheid, der zwischen uns, (die wir ein
göttliches Regieren
In allen Dingen feste gläuben,) und etwan einer Seel’
zu finden,
Die eines solchen Trosts beraubt, ist ziemlich deutlich
zu verspüren,
Wenn wir den Zustand eines Menschen, der schwerer
Sorgen voll, ergründen,
Wenn er, halb schlafend und halb wachend, mit ganz
benebeltem Gemüth
Von Kummer, Gram und Harm umgeben, fast nichts,
als schwarze Larven, sieht,
Nur grämliche Jdeen zeugt, durch deren Schatten gar
kein Licht
Von einiger erheiternden und trosterfüllten Hoffnung
bricht,
Wenn die ihn in beständiger Verwirrung, als im Zirkel,
jagen,
Das Hirn mit finstrer Schwermuth füllen, uns lauter
vorgeseh'ne Plagen
Jm Kopf sich gleichsam mahlend wälzen. Dergleichen
Widrigkeiten schwinden,
Wenn wir uns, wenn wir aufgewacht, in einem andern
Stande sehn,
Und den obangeführten Trost, daß alle Dinge, die ge-
schehn,
Von einem Gott regieret werden, mit unsrer Sorgen
Heer verbinden;
Es wird dadurch der finstre Nebel, als wie durch einen
Glanz, zerstreut;
Man wird dadurch zugleich geschickt, bequemre Mittel
zu ersinnen,
Das Unglück von uns abzuwenden; wodurch wir Linde-
rung gewinnen,
Zumal uns dann die holde Hoffnung, die bloß auf Gott
sich fußt, erfreut.
Da gegentheils ein Atheist in seinem Schwermuthschlum-
mer bleibet,
Und aus der dicken Finsterniß der Schwermuth, weder
Tag noch Nacht,
Von einer steten Last gedruckt, wenn er gleich wacht,
doch nicht erwacht,
Da, statt der Hoffnung, Furcht und Zweifel ihn stets
im Unmuthskreise treibet.