Unnützer Nutz des Verstandes.

By Barthold Heinrich Brockes

Du hast nunmehr aus allen Kräften, wie wir aus deinen Schriften lesen,

Dich und die Welt belehren wollen, wie zum Vergnü-

Allein, du siehst ja leider wol, daß, wie du es auch an-

Doch, bey den meisten wenigstens, dein Absehn sonder

Dahero ist mir beygefallen, und fällt mir eben wieder

Ob du vielleicht des rechten Weges mit deiner Lehr-Art

Und ob, durch des Verstandes Kräfte, die du zur Richt-

Vergnügen und Zufriedenheit, auf Erden zu erlangen

Wenn ich die Schätze des Vergnügens, die fast unschätz-

Und, daß sie, von der Seeligkeit der erste Grad fast

So scheint hieraus von selbst zu fliessen: daß, da sie recht

Sie nicht in unsern Kräften stehe, und daß ein Raison-

Sie zu erlangen, fähig sey. Daß also GOtt der HErr

Um diese Gnade zu erhalten, müß’ ernstlich angeflehet seyn.

Ist dieses wahr, so folgt daraus; daß du, mit allen dei-

So wie bißher, auch künftig hin, nicht viel erkleckliches

Es ist dein Einwurf, liebster Freund, von einer sol-

Von überzeuglicher Gewalt, und nicht zu wiedersteh’n-

Daß ich dir gleich gewonnen gebe. Doch höre ein ein-

Vermeinst du nicht, daß um den Glantz von deiner

Und um, in einer wahren Andacht, GOtt anzuflehen,

Man der Vernunft benöthigt sey, und sie gebrauchen