Unter der Erde

By Hedwig Lachmann

Written 1891-01-01 - 1891-01-01

Es drängt ein Strom den Felsenwänden

Des Erdeninnern zu enteilen,

In unterirdischen Geländen

Fliesst er verborgen viele Meilen.

Mit keinem Bruderstrom verbündet,

Wälzt er sich fort in Meeresnähen,

Bis er an seinem Ziele mündet,

An tiefer Stelle ungesehen.

Ein Trachten geht geheim und stille

Nach eignem Ziel und eigner Ferne.

Der tiefe dunkle Sehnsuchtswille

Erwacht in Nächten ohne Sterne.