Untersuchung der Unempfindlich- keit über unsere Gesund- heit.
Wenn unsers Blutes reger Lauf in seinem richtgen
Zirkel gehet,
Wenn sonder äußerlichen Schmerz es wohl um die Gesund-
heit stehet,
So scheints, ob fühle man darüber kein recht, kein wirk-
liches Vergnügen.
Allein, dieß kömmt nur bloß daher, weil etwan andre
Lust uns rührt,
Wie oder daß sich andre Vorwürf’ zu unseren Gedanken
fügen.
Es ist gewiß, daß man im Denken: man sey gesund,
Vergnügen spürt,
Ob solche Lust gleich nicht so lebhaft, als wie die strenge
Lust der Liebe,
Wovon die aufgebrachten Triebe
Sich einer Art von Anfall gleichen. Wann aber der
Gesundheit Stand
In einer Ebenmaaß bestehet, im sanft- und langsamen Be-
wegen
Der Feuchtigkeit in unserm Körper; so wird man durch
so sanftes Regen
In eine Art von Zubereitung zu mancher nahen Lust
gesetzt,
In eine Art von Fähigkeit, daß man sich gern und leicht
ergetzt.
Die Seel empfindet ein Vergnügen von Ruh und stillem
Ueberlegen,