VberreichungsschrifftFußnoten
By Johann Klaj
Written 1636-01-01 - 1636-01-01
Ihr grossen Vätter nemt nemt hin diß mein Gedichte
Ach nemet es doch an mit gnädigem Gesichte
Was meine Clio nechst gespielt zur Osterzeit
In eurer Gegenwart mit schlechter Liebligkeit.
Nun lesetwenn ihr legt die grossen Sorgen nieder
Für diese grosse Stadt ihr Vätter meine Lieder
Die ich zu Gottes Lob und eurer Lust gemacht
Ohn allen Wörterschein ohn alle Rednerpracht.
Es hat euch ie und ie von Hertzen wolgefallen
Der edlen Künste Kunst die Poësi vor allen
Diß weiset Celtes auß der bey den Sternen steht
und wie sein Friederich in grünen Lorbeern geht
Auch Eoban dem ihr viel gutes habt erwiesen
Weil in der Römerzung er eure Stadt gepriesen.
Der Römer der ihm hat bißher sehr viel getraut
Ist gegen Teutsch ein Wind und Klingel ohne Laut
Seid daß wir aufgewacht der abgeführten Grichen
Versüster Verseklang gantz emsig nachgeschlichen
und auch der Mutter Rom den Handgrif abgemerkt
Der unsrer Sprachen Schmuk nun üm ein mercklichs stärkt.
Jetzt kan ein teutscher Mann sich rechtbehutsam schützen
Den Feind zu rükke haltn mit seiner Spracheblitzen
Er gehet der Natur in allen Dingen nach
Er donnert sauset braust er rauschet gleich dem Bach
Der Lerchen hört er ab ihr Tiretireliren
Den Wassern ihr Gesäust und murmelndes Spatziren
Er rasselt prasselt brült wie wann der Donner brumt
und bey gewölkter Nacht der Winde Stürmen sumt
Daß Wild und Wald erstaunt. Wie Berge Feuer streuen
Bepichen Laub und Gras heissiedend Hartz außspeien
Spricht ietzt ein teutscher Mund mit schönen Reden auß
Parnassus ist nun teutsch der Musen Sommerhauß.
Nun wol so lieber den ihr alten teutschen Helden
Der in der Mutterzung wil euren Ruhm vermelden
und euer Nürenbergdie Lust und Zier der Welt
In welcher Kunst und Witzin welcher Gold und Geld
Wil in das Sternenbuch mit güldner Dinte schreiben
Daß es die Nachwelt liest und ewig muß bekleiben.
Den Marmel frist die Zeit Stahl rostet und wird alt
Das Gold wird wieder Koht Holtz brent und faulet bald
Nur ein Poët verbleibt und seine Lust die Bücher
Sind für dem Vntergang mit ihrem Vatter sicher
und pochen Zeit und Tod. Gott kröne diese Stadt
In welcher Gottesfurcht die Oberstelle hat
Zunechst Gerechtigkeit; wie der von Brennus Stamme
Der grosse Scaliger der Wissenschafften Flamme
Sagt: Als Astrea ließ das Gottvergesne Land
Hat sie auf ewig sich nach Nürenberg gewand.
Hier wohnt der Landsknecht Gott und auch die Pierinnen
Verdoppelt Lorbeerlaub bekräntzet jhre Zinnen
Des Febus und deß Mars. Ich habe viel gelesn
Es sey der Musen Berg zweyhügelig gewesn
Hier ist er wenn er ist hier Febus selber sitzet
Vom klugen Altdorf wird Parnassus zugespitzet.
Nun lebet allzeit wol in eurer edlen Stadt
Dergleichen unser Reich und Teutschland nirgends hat
Vnd du du Friedefürst laß sich den Krieg verziehen
Laß unser Feld mit Fruchtmit Zucht die Hertzen blühen
Schik uns das Himmelskind den güldnen Friede zu
Erhalte diese Stadt und uns in stoltzer Ruh.