Verkehrtes sonnet der schreibe- feder.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Die kunst ist ohne macht wo sich nicht Mars gesellet

Die feder hat den stahl offt bloß aus furcht verstellet

Und ob sich itzt ein held auff freye künste leget

Doch ward Germanien noch 1000. mahl so groß

Als seiner waffen-plitz das stoltze Rom beweget.

Es sey daß ein Virgil saß in Augustus schooß

So stand die majestät nur auff der schwerdter pracht.

Diß käysers purpur stieg durch glücke von den kriegen

Offt muß beredsamkeit sich vor dem fürsten biegen

Und ein schlecht feder-kiel wird nicht so groß geacht

Als wenn ein tapffrer muth den feind zu nichte macht

Vor dem sein unterthan gebücket muste liegen

Der harnisch und der stahl kan ja die welt besiegen

Durch diß hat Rom die welt zur dienstbarkeit gebracht;