ViII. PSALMUS CXX.
So offt der grimme schmertz
So offt der herbe schertz
So offt sich auff mein hertz
Vnd Seel der bleiche Todt verschworen:
Wenn aller trost verschwand:
Hab ich Hertz Aug vnd hand
Zu GOtt der helffer heist gewendet?
Die seufftzer die ich jhm gesendet
Die stiegen jhm zu beiden ohren.
Mein seufftzen meine bitt’
Erweichte sein gemütt
Daß er der Brunn der gütt
Vom Himmel auff mein elend sahe.
Es sahe meinen schmertz
Sein ewigtrewes hertz
Er zog mich aus der wehmüt stricken.
Ja wenn ich wolt' in angst ersticken:
War er mit seinem beystandt nahe.
HERR der du mich erhört
Wenn dich mein Geist geehrt.
Wie das mich jtzt versehrt
Der Natterzungen tolles zischen?
Soll mich denn jede stundt
Der falschen läster mundt
Das lügen-reiche maul verletzen?
Mein GOtt! wenn wirstu mich ergetzen
Vnd diese threnen mir abwischen?
Mag was mit dieser pein
Wol zuvergleichen seyn?
Sie rennt durch marck vnd bein
Als wenn ein Pfeil vom bogen fehret.
Wie wenn die lichte macht
Der donnerflamm’ erkracht
Vnd die Wacholder streu
Das eilendt ast vnd Laub verschwindet
Vnd strump vnd wurtzel gantz verzehret.
A
In das du mich verbannt
Da als dein grim’ entbrandt
Mein Heilandt länger no
O führe mich von hier:
HeRR soll ich für vnd für
Bey Mesech vnd bey Kedar sitzen!
Was kan dir
Ach
In frembder dinstbarkeit
In wehmut ach vnd leidt
Biß auff den augenblick verschwendet
Ich sehne mich nach ruh
Sie richten hader zu
Kom führe
Nur kan zu deinem dinst hingeben
Biß meine Bilgramschafft vollendet.