Von dem menschlichen elende.
Es schließt der arme mensch, wenn er den lebens-lauff
In dieser welt beginnt, vielmehr zu bittrem weinen,
Als um das licht zu sehn, die müden augen auf:
Er fühlt die sclaverey alsbald an arm und beinen:
Die windeln fesseln ihn: Und wenn ihn dann die brust
Der mutter nicht mehr säugt, so wird ihm seine lust
Mit ruthen eingetränckt, durch strenge zucht vergället.
Hat ihn die mannbarkeit auf freyen fuß gestellet,
So machen lieb und glück aus ihm ein gauckelspiel:
Er muß sein brod im schweiß und thränen essen:
Und offt erlangt er kaum so viel,
Wenn kranckheit, feind und noth ihn auf das schärffste pressen.
Bricht dann zuletzt das alter ein,
So stützet er mit einem morschen stabe
Den abgezehrten leib, und hincket so zu seinem grabe:
Drauf deckt den rest ein schmaler stein.
Was ist nun, armer mensch! dein trost und dein vergnügen?
Nichts, als nur diß allein,
Daß wieg und grab nah bey einander liegen.