Von der Härte und von der Flüßigkeit.

By Barthold Heinrich Brockes

Wenn jemand ohngefehr bey dunckler Nacht spatziert,

Von ihrem schwartzen Flor umgeben;

Wovon wird er zuerst getroffen und berührt?

Er fühlt, wenn er darauf wird Achtung geben,

Was cörperlichs, das ihm entweder weicht,

Wo nicht, ihm widersteht.

Jm Cörper, welcher ihm nicht aus dem Wege geht,

Wenn man nach ihm die Hände strecket,

Wird Rauhigkeit und Festigkeit entdecket;

Der aber, welcher weicht, entdeckt uns allezeit

Die Weichheit und die Flüßigkeit.

Woher nun kömmt es doch, daß sie, wie wir verspüren,

Uns so gar unterschiedlich rühren?

Die Eigenschafften sind es eben,

Die wir anitzt zu suchen uns bestreben.