Von der Macht der Liebe.

By Johann Georg Gressel

Süsse Liebe!

Deine Triebe

Nehmen Hertz und Sinnen ein.

All’ und jede Geister müssen

Sich von dir gefesselt wissen

Keiner kan verschonet seyn.

Süsse Liebe!

Deine Triebe

Nehmen Hertz und Sinnen ein

Simsons grosse Wunder-Stärcke

Und

Können deine Wunder-Macht

Niemahls werden gleich geacht.

Stein und Eysen muß sich schwiegen

Und ein Felsen Hertze biegen

Wenn der

Und sie Gnad und Huld verkennt.

Keiner kan ihr widersiehen

Jeder muß Fuß-fällig seyn.

Jhr Entschliessen muß ergehen

Gehts auch noch so widrig ein.

Der grosse

Den Liebes-Printz nimmt

So muß der Donner-Gott der Kriegs- und Liebes-Führer

An

Sie kan als Sieger prangen

Ein Knecht ein Fürst ein König und Regierer

Muß in den Liebes-Gluhten blühn.

Denckt einer schon auf heute sich zu zwingen

Jhr muß der Streich doch morgen wohl gelingen

Und fliehet man schon einst vor

Wird man durch ihn bald unversehns betrogen

Ja schützt man sich schon einst vor seinen Pfeilen

Sie wissen uns doch wol zu übereilen.

Denckt einer schon auf heute sich zu zwingen

Jhr muß der Streich doch morgen wohl gelingen.

So muß der Liebe-Triebe spühren

Die gantze Welt

Sie will an ihrem Seile führen

Was Odem-loß und Athem in sich hält.

Die Sterne sind verliebt am Himmel

In ihnen glimmt die Liebes Gluth

Es machet der

Beym Ahle in der kühlen Fluth.

Und der Magnet-Stein liebt das Eysen

Wie auch den Stern aus Norden

Der Agtstein ist dem gleich geworden

Und will die Gunst am Spreu beweisen.

Die Rebe küßt des Ulmbaums Stütze

Das

Der Palm-Baum steht bey seines Gleichen gerne

Das lauffend Silber bleibt dem Gold nicht ferne.

So liebt das gantze Rund nun in die Wette

Der Mensch der liebt und sehnet sich zu Bette

Da löschet er die Flammen

Die Gott und Menschen nicht verdammen.

Wie soll man nun der Liebe-Macht entfliehn?

Da alles muß an ihrem Joche ziehn.

Da jeder muß vor ihren Altar treten

Und sie anbehten.

Gedult! Gedult kan alles überwinden

Doch

Eh wird der Geist mit samt dem Leben schwinden

Eh man den starcken Held

Zu Boden fällt.

Gedult! Gedult kan alles überwinden

Doch